Historisches
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"In buntem Stimmengewirr werden Jacken an die Garderobe gehängt, Schuhe aufs Gitter gestellt, Füsse in die Finken gesteckt, Hausaufgaben aus bunten Schultaschen ausgepackt. Nun werden Etuis, Hefte, Bücher und so manch kleines Plüschtier ins Klassenzimmer balanciert. Kinderhände strecken sich der Lehrperson entgegen und die Kinder wünschen einen guten Morgen. Eine Zimmertür nach der anderen schliesst sich und in den Gängen kehrt Ruhe ein.
Die Stille lädt mich ein, einen kurzen Moment innezuhalten. Die dicken, unförmigen Mauern und die alten, mächtigen Dachbalken sind Zeugen einer längst vergangenen Zeit. Und plötzlich ein Schlag – metallisch-rasselnd, scheppernd, fast klirrend!
Treibt sich da ein Gespenst durch das Schloss? Ächzt das Gemäuer unter der Last seiner Geschichte? Oder…?
Doch nein! Ich entdecke eine kunstvolle Uhr, welche jeweils zur vollen Stunde für einen kurzen Augenblick die Geschichte dieses Schlosses aufleben lässt."

Seinen Ursprung findet das Schloss im 13. Jahrhundert als sich das Geschlecht „von Ried“ in der Gegend des heutigen Heitenrieds niederlässt. Die Siedlung wird schliesslich nach dem Ritter Heito von Ried benannt und fortan Heitenried geheissen (Ried = gerodetes, sumpfiges Land).
In der Folgezeit bewohnen viele adlige Familien dieses Gebäude (die Familien von Thierstein, Velga, von Erlach und von Diesbach) bis es schliesslich im 18. Jahrhundert in die Hände des letzten „Herrschers“, des Graf François-Philippe de Diesbach gelangt, dessen bewegtes Leben den Grossteil unserer Geschichte ausmacht.
Louvrier, der seit dem Tod seines Sohnes in den Wirren der französischen Revolution einen Hass auf seine Verwandten hegt (da der Kommandant der Schweizergarde in Paris ein Verwandter von ihm war), vererbt das Schloss nach seinem Tode schliesslich seinen Angestellten, während die Verwandten leer ausgehen.
In der Folge gibt es einen regen Besitzerwechsel bis schliesslich im Jahre 1878 die Gemeinde Heitenried das Schloss zusammen mit der Pfarrei Tafers erwerben kann. Es besteht das Ziel, ein Schulhaus einzurichten.
Am 24. Oktober 1880 findet die feierliche Einweihung des neuen Schulhauses statt. Der Pfarrer Spicher schreibt dazu in der Chronik: „Die Knabenschule wurde alsdann mit 70 Zöglingen unter dem neuerwählten Herr Lehrer Stephan Zosso von Winterlingen und die Töchterschule mit 80 Zöglingen unter der Theodosianischen Schwester Desiderata Nager von Hospenthal/Uri eröffnet. - Wir wollen hoffen, Gottes Segen werde auf der Schule ruhen.“
In den Jahren 1920, 1957 und 1994 wird das Schulhaus dreimal renoviert und umgebaut, so dass heute 15 Lehrpersonen die 138 Kinder vom Kindergarten bis in die 6. Klasse unterrichten können.

Seit dem Jahr 1880 wird das Schlossgebäude als Schulhaus genutzt. 150 Knaben und Mädchen gingen damals getrennt bei zwei Lehrpersonen zur Schule. Heute sind es 140 Kinder, die bei fünfzehn Lehrpersonen den Unterricht besuchen dürfen.

Die Bilder und die historischen Angaben stamme naus dem Buch " Geschichtliches aus Heitenried " von Franz Kolly.

 



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